Spurt über den Splügenpass

Die erste große Herausforderung zwischen Westalpen und Ostalpen

Der Splügenpass (Passo della Spluga) liegt auf einer Höhe von 2.114 Meter über dem Meeresspiegel und verbindet Splügen im schweizerischen Rheinwald im Kanton Graubünden (Nordseite) mit Chiavenna in der italienischen Provinz Sondrio, sowie dem Comer See (Südseite). Über den Pass verläuft auch die Wasserscheide zwischen dem Rhein und dem Po, die der Grenze zwischen der Schweiz und Italien entspricht.

Nach der Feier des Heiligen Messopfers beim lieben Schwert-Bischof in Rehetobel startete ich am Morgen des letzten Junisonntages in Richtung Süden. Der Vormittag in der Schweiz war kühl und wolkenvergangen. Als die ersten Autos und andere Motorräder in den steilen Kehren der Passstraße an mir vorbei zogen wurde mir schnell klar, dass Hubraum durch nichts zu ersetzen war. Etwas zögerlich, aber umso ausdauernder kämpfte sich mein kleiner Boxer mit seinen 27 Pferdestärken nach oben.

Wolfi mit Winterhandschuhen und Regenkombi im Juni

Doch Italien wäre nicht Bella Italia, würde es nicht den Ruf einer anderen Welt genießen. Kaum hatte ich den höchsten Punkt des Passes überwunden, schon begrüßten mich mit jedem weiteren Kilometer Sonne und Wärme. Die leicht bekleideten Damen im ersten Eiscafé der Provinz Sondrio wunderten sich zu Recht über meine dort übertrieben wirkende Schutzkleidung, weshalb ich diese bei nächster Möglichkeit ablegte. Überhaupt wollte ich ab sofort von Winterhandschuhen und Regenschutzbekleidung nichts mehr wissen. Ich war in Italien und damit dem eigentlichen Startpunkt meiner Reise angekommen.

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