Minolta XD7 mit 35mm Kleinbildfilm

Die Minolta XD7 war eine vom japanischen Hersteller Minolta produzierte Spiegelreflexkamera für das 35-mm-Kleinbildformat.

Sie wurde im Jahr 1977 am Markt eingeführt. Die XD7 war die erste Kamera, die neben der manuellen Belichtungseinstellung sowohl Zeit- als auch Blendenautomatik anbot. Zeitgleich mit der für Minolta neuen Blendenautomatik wurden modifizierte Objektive angeboten, äußerlich an der Bezeichnung „MD“ und dem zusätzlichen Mitnehmer am Blendenring zur Übertragung des kleinsten Blendenwerts erkennbar.

Die XD7 war bei ihrem Erscheinen das Topmodell ihres Herstellers und verfügte daher über einige zur damaligen Zeit herausragende Ausstattungsmerkmale. Dazu gehörten neben der Multiautomatik eine Mikrowabenmattscheibe, die ein extrem helles Sucherbild lieferte, deren proprietäre Technik auch für Hasselblad-Mittelformatkameras zum Einsatz kam, wodurch deren Sucherbild ebenfalls deutlich verbessert wurde.

Zudem konnte die Kamera eingeschränkt auch ohne Batterien betrieben werden, da sie zwei vollmechanische Verschlusszeiten anbot. Konkret handelte es sich dabei um „O“ (1/100 Sekunde) und „B“ für Langzeitbelichtungen. Für die XD7 war ein Winder (Auto Winder D) lieferbar, der eine Bildfolge von bis zu 2 Bildern pro Sekunde ermöglicht hat. Die XD7 verfügte über einen Fernauslöseranschluss, an dem sowohl mechanische als auch elektrische Fernauslöser betrieben werden konnten.

Betätigung des Auslösers einer XD7 bei ca. 1/30 Sekunde.

Während des Produktionszeitraums kam es zu einer kleinen Änderung der Lage des Hebels für die manuelle Belichtungskorrektur. Dieser lag unter dem Ring zur Filmempfindlichkeitseinstellung bei den ersten Modellen so unglücklich außen am Gehäuse, dass er durch den Trageriemen unbeabsichtigt verstellt werden konnte. Um dies auszuschließen, wurde die Position dieses Hebels bei späteren Modellen um etwa 90 Grad im Uhrzeigersinn nach innen versetzt.

Eine Besonderheit bei den Modellen XD7 und XD5 ist die Funktion „Programmierbare Entscheidungslogik“ in der Blendenautomatik-Einstellung „S“. Diese gleicht beim Überschreiten des Blendenbereichs die Verschlusszeit automatisch an, um eine Fehlbelichtung zu verhindern. Ist z. B. eine Belichtungszeit von 1/125 sec vorgewählt und die Lichtverhältnisse lassen eine korrekte Belichtung selbst bei offener Blende nicht zu, so verlangsamt die Kamera die Verschlusszeit, bis eine korrekte Belichtung gewährleistet ist.

Diese Eingriffe werden mit einem nach oben oder nach unten weisenden Pfeil (je nach Verhinderung einer Über- oder Unterbelichtung) im Kamerasucher angezeigt. Durch die Wahl von sehr kurzer oder sehr langer Belichtungszeit kann eine entsprechende Trendprogrammierung vorgenommen werden.

Aufgrund einer Empfehlung des Autors Helmut Hermann in seinem Buch „Die Welt im Sucher“ aus 1987 halte ich zwei Gehäuse dieses Modells in meinem Tankrucksack vor. Sie sind jeweils mit einem Kodak Farbnegativfilm und einem AGFA APX Schwarzweißfilm bestückt.