Der Glaube an Gott

Vergine del Rosario – S. GIACOMO Apostolo – Cesenatico

Es ist außer Mode gekommen, an Gott zu glauben. Wissenschaft und Medizin versprechen heute Aufklärung, Gesundheit und Glück. Ohne Beschwerden ein hohes Alter zu erreichen wird zum höchsten Ziel erklärt. Wohlstand zu erlangen gilt als sehr erstrebenswert. Man glaubt ein Leben zu retten, indem man Blut, Gewebe und Organe spendet…

Doch so ist es leider nicht.

Nach dem Heiligen Evangelium nach Matthäus 16,24-28 heißt es: „Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“ Nun kann man diesem Versprechen Jesu Christi Glauben schenken oder nicht – diese Entscheidung (hat Gott) uns Menschen selbst überlassen – aber hört:

Mein Vater Horst ist am 06. August 2015 im Alter von 74 Jahren verstorben. Wir hatten ein sehr gutes Verhältnis. Er war der beste Vater, den ich mir hätte wünschen können. Die größte Freude bereitete er mir jedoch bei unserem letzten Gespräch am Sterbebett. Was er sagte soll weniger mir, aber viel mehr allen anderen Menschen dieser Welt ein Zeugnis sein:

„Wenn Ihr wüsstet was ich weiß, würdet ihr ganz andere Prioritäten setzen!“

Diese Worte sprach er kurz vor seinem Tod bei vollem Bewusstsein, nachdem er bereits einige Tage im Koma gelegen hatte und seine Ärzte ein Aufwachen nicht mehr für möglich gehalten hatten.

Horst mit seiner BMW R65LS aus 1982

Lasst Euch also von Satan nicht für dumm verkaufen, sondern glaubt den Worten Jesu Christi.

Die Seele stirbt nicht.

Spurt über den Splügenpass

Die erste große Herausforderung zwischen Westalpen und Ostalpen

Der Splügenpass (Passo della Spluga) liegt auf einer Höhe von 2.114 Meter über dem Meeresspiegel und verbindet Splügen im schweizerischen Rheinwald im Kanton Graubünden (Nordseite) mit Chiavenna in der italienischen Provinz Sondrio, sowie dem Comer See (Südseite). Über den Pass verläuft auch die Wasserscheide zwischen dem Rhein und dem Po, die der Grenze zwischen der Schweiz und Italien entspricht.

Nach der Feier des Heiligen Messopfers beim lieben Schwert-Bischof in Rehetobel startete ich am Morgen des letzten Junisonntages in Richtung Süden. Der Vormittag in der Schweiz war kühl und wolkenvergangen. Als die ersten Autos und andere Motorräder in den steilen Kehren der Passstraße an mir vorbei zogen wurde mir schnell klar, dass Hubraum durch nichts zu ersetzen war. Etwas zögerlich, aber umso ausdauernder kämpfte sich mein kleiner Boxer mit seinen 27 Pferdestärken nach oben.

Wolfi mit Winterhandschuhen und Regenkombi im Juni

Doch Italien wäre nicht Bella Italia, würde es nicht den Ruf einer anderen Welt genießen. Kaum hatte ich den höchsten Punkt des Passes überwunden, schon begrüßten mich mit jedem weiteren Kilometer Sonne und Wärme. Die leicht bekleideten Damen im ersten Eiscafé der Provinz Sondrio wunderten sich zu Recht über meine dort übertrieben wirkende Schutzkleidung, weshalb ich diese bei nächster Möglichkeit ablegte. Überhaupt wollte ich ab sofort von Winterhandschuhen und Regenschutzbekleidung nichts mehr wissen. Ich war in Italien und damit dem eigentlichen Startpunkt meiner Reise angekommen.

Das Strandbad am Bodensee

Von Baden-Württemberg über St. Gallen in die Lombardei

Obgleich meine geplante Reise erst im italienischen Städtchen Pavia beginnen sollte, so betrachtete ich bereits den Weg dorthin als einen Teil davon.

Fernab von Autobahnen und Schnellstraßen war mein Tagesziel zunächst der Ort Rorschach am Bodensee. In der schönen Schweiz gelegen, übernachtete ich schon einmal in der Herberge am See. Die Unterkunftskosten sind für Schweizer Verhältnisse einfach unschlagbar, das Personal ist sehr freundlich, die Herberge ist sauber und bietet auf Wunsch sogar ein reichhaltiges Frühstück.

Ich war froh, dass ich mich im Bezug auf die kommenden Tagesetappen für deutlich unter 300 Kilometer Reisedistanz entschieden hatte, denn die heutigen 340 Kilometer mit dem kleinen Boxer waren ganz schön anstrengend gewesen. Hinzu kam, dass ich gleich zwei Mal meinen neuen Regenkombi ausprobieren musste und schon dankbar war, dass meine Klamotten bei der abendlichen Ankunft in Rorschach wieder trocken waren.

Das Beitragsfoto entstand übrigens am späten Abend des ersten Anreisetages. Ich habe es mit einer analogen Minolta-Kamera und einem 50mm-Normalobjektiv vom Fenster meiner Unterkunft aus aufgenommen.